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Weber:Freischütz -Prade 1939von: Peter Brixius (12:51:00 04.01.2010)Eine außerordentliche Rarität, der Mitschnitt der als Funkoper 1939 erstgesendeten Einspielung des Freischütz unter Ernst Prade mit Chor und Orchester des Reichssenders Breslau.Es handelte sich um eine Livesendung. Ottokar -Gerhard Bertermann Max -Willy Treffner Kaspar -Kurt Böhme Agathe -Käthe Heidersbach Ännchen -Maria Madlen Madsen Kuno -Erich Kunz Kilian -Ernst Kurz Eremit -Sven Nilsson Samiel -Hanns-Heinz Anderten Die Sendung wurde damals auf 54 Schelllackplatten festgehalten, eine ist inzwischen leider verloren gegangen.Hier werden die Dialogpartien von Schauspielern gesprochen. Prade nimmt das Adagio der Ouvertüre sehr langsam und lässt die Stimmen wunderbar aufblühen, im Folgenden zieht er das Tempo aber so an, dass er mit 9'36 unter den schnellen Dirigenten ist.Immerwieder gibt es Stellen, bei denen er mit Rubato das Tempo herausnimmt.Er gestaltet so eine sehr plastische Ouvertüre die mit einem ekstatischen Jubel endet. Auch hier ist die Szene durch zusätzliche Dialoge erweitert, um für das Hörpublikum die Szene "schaubar" zu machen.Ein Bauer erklärt seinem Kind, was da abläuft.Man hört Rufe wie "Er muss gehänselt werden".Manchmal fällt das auch sehr hölzern aus.Die Doppelung durch die Schauspieler ist wie immer zwiespältig, der Schauspieler etwa, der Kaspar spricht, fällt Meilen hinter Bohnen in der Steiner-Einspielung zurück.Kein Fetzchen Dämonie geht von diesem 1.Jägerburschen gesprochen aus.Erst wenn gesungen wird, gewinnt Kaspar mit Böhme (der als seine Debutrolle in Dresden übrigens den Kaspar gesungen hatte) Profil und Charakter.Der Chor gefällt mir hier wie auch sonst sehr gut.Prade hatte Orchester und Chor aufgebaut Willy Treffner als Max ist nicht so meine Sache, vor allem wegen seinem Dauertremolo.Die lyrischen Momente gelingen ihm.Dass die Nr. 3 der Partitur doch mehr als hörenswert ist, liegt an dem überzeugenden Dirigat von Prade. In der Nr.4 stört wieder die Stimme des Schauspielers, der Kaspar spricht.Böhme hätte das mE besser gemacht.Das Trinklied und dann die Arie (Nr.5 "Schweig! Schweig!") bringen dann ein fulminantes Ende des ersten Aktes.Auch Outrieren an der einen oder anderen Stelle (wie e in zeitgenössischen Aufnahmen immer mal zu hören ist), kann nichts an dem Eindruck ändern, dass Böhme auf dem Weg zu einem idealen Kaspar ist. Ich werde diese Aufnahme auch weiterhin so ausführlich besprechen, weil wohl nur wenige die Möglichkeit haben, sie selbst zu hören. Damit schließe ich dieses Posting, werde aber den Artikel fortführen Es grüßt Peter -- L'envie est plus irréconciliable que la haine.Der Neid ist unversöhnlicher als der Hass. (La Rochefaucauld.328)
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